Lehre des Geistes oder Die materielle Tat sagt dem Menschen mehr zu als religiöse Einkehr.

Der obgenannte Lehrsatz von mir (Ondrej St.) besitzt heute noch die volle Gültigkeit und er erfordert daher eine genauere Anschauung und Auslegung:

Die Tat ist für dem Menschen allgegenwärtig. Nicht nur alle seine Gedanken, Gefühle und Emotionen seines Bewusstseins sind im ständigen Tun begriffen, sondern tätig sind auch alle seinen physiologischen und physischen Prozesse und Tätigkeiten seiner Hände sowie seines gesamten Körpers. Ein Lernender der Geisteslehre hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten resp. zwei selbstbestimmende Entwicklungswege: Entweder wird er allen seinen Taten und seinem gesamten Tun volle Beachtung und genaue, evolutive Aufmerksamkeit schenken, oder er tut es nicht.

Der Mensch bedenke:

Jede Tat ist Tiefe der Erkenntnis.

Jede Tat ist tiefgründig und eine tiefgreifende Lehre, wenn der Mensch seinem Bewusstsein gestattet, es zu erkennen und jede Tat zur bewussten Erkennung der Wirklichkeit umzuwandeln. Die Tiefe und Dimension jeglicher Tat resultiert aus der bewussten Ausrichtung der Bewusstseinskraft, denn sie selbst erzeugt bei wahrlich jedem materiellen Handeln den tiefgreifenden Effekt der Erkenntnis, wenn der Mensch sein bestehendes Wissen und Können bewusst erweitern und evolutioneren will. Tut er es willentlich und motiviert, dann verleiht er jeder seiner Tat eine ganz spezielle und ganz besondere Bedeutung, je nach seiner bewusstseinsmässigen Zielsetzung, je nach dem Grad der bewussten Konzentration. Dies bedeutet: Der Mensch erzeugt Evolution - bewusst, permanent, unbegrenzt und mit einem ganz bestimmen Ziel: Die Erkennung der realen Wirklichkeit durch Erarbeitung bewusstseinsmässiger Werte. Die bewusstseinsmässigen Werte sind nicht nur einfach leere Hüllen, sondern ganz besondere synapsoide resp. energetische resp. bewusstseinsmässige Verbindungen resp. Konnexionen im menschlichen Gehirn, die etwas ganz besonders Wertvolles und Geheimnisvolles darstellen: Die Erkennung und Anwendung der Gesetze und Gebote der Schöpfung. Das menschliche Gehirn arbeitet in seinen gesetzmässigen Prozessen absolut logisch und unbeirrbar und nähert sich durch seine neutral-positiv-ausgeglichene Umwandlung dem ewigen Muster der schöpferisch-geistigen Energie selbst, die dann von ihm bewusst genutzt und ausgewertet werden kann. Eine unbestreibare Tatsache, zu der jeder einzelne Mensch Zugang hat - durch die Nutzung seiner Gedanken und Gefühle und deren bewusste Erkenntnisse.

Im konkreten Lebensbereich heisst es: Der Mensch geht auf einem Feldweg, vor sich sieht er einen bestimmten Weg, das Symbol der Gegenwart; in weiterer Ferne erblickt er ein bestimmtes Ziel, das Symbol und die Vision der Zukunft; hinter sich hat er das Vergangene, aber er blickt nicht zurück, das Vergangene existiert nicht mehr, wenn er es selbst nicht vergegenwärtigen und sich daran erinnern will. Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft werden von dem Menschen bewusst genutzt als Entsprechung der bewusstseinsmässigen Entwicklung und Evolution. Dies kann der Mensch absolut bewusst und konzentrativ bei jedem Spaziergang üben, und er tut etwas Wertvolles für seine Ideenverwirklichung.

Der Mensch spricht viel über die Geduld, doch er kann sie auch jeden Tag bewusst üben: Die Geduld, ein tiefer Wert des Bewusstseins, kann erlernt werden im Umgang mit den Mitmenschen, den Tieren und den Pflanzen wie bei jeder anderen materiellen Tätigkeit gleich welcher Art. Geduld bedeutet: Die Erkennung und Auswertung des Faktors Zeit in seiner wahren Natur. Das heisst: Die Freiheit und den Raum in jedem Augenblick zu entdecken. Doch, der Weg zur Geduld führt über die Erkennung und Überwindung der irrealen Impulse der Unvernunft und des Unverstandes, die mit der gegebenen Realität und dem Tempo der real ablaufenden Evolution nicht einverstanden sind, und deswegen die offene Kreativität und Effektivität in der Gegenwart zunichte machen. Ein dummer Witz.

Die Gründlichkeit kann eingeübt werden beim Aufräumen, Abspülen, Glänzen eines Spiegels, der bewussten, kunstgerechten Durchführung in konzentrativer Form. Gründlichkeit bedeutet: Der Wirklichkeit der Wahrheit volle konzentrative Beachtung schenken und sie mit einem gezielten Tun würdigen. Sie ist die Kraft jeden Aufbaus von absolutem Urgrund bis zu den mächtigen Auswirkungen der relativ vollkommenen Kreation. Sie ist gepaart mit Geduld und Wahrheitsliebe im evolutiven Ansporn.

Die Akzeptanz und Toleranz sind keine bloss moralischen Werte eines Moralismus, sondern Vorbereitung des materiellen Bewusstseins gegenüber der mächtig vorherrschenden universellen Realität. Der Mensch muss die Realität zuerst akzeptieren und tolerieren lernen, bevor er sich dieser öffnen kann und ihre wohltuenden Gegenwart zu erarbeiten vermag. Toleriert und akzeptiert er die Wirklichkeit und deren Wahrheit nicht, dann legt er sein Interesse und seine bewusste Aufmerksamkeit in seine eigenen Vorurteile, falschen Vorstellungen und Illusionen über sie, statt in sie selbst als solche. Die Mitmenschen, Wesen der Realität, gesetzmässig erschaffen und gesetzmässig evolutionierend, sind die beste Schule beider bewusstseinsmässigen Werte der Akzeptanz und der Toleranz.

Mitgefühl, geleitet von der Liebe zu den Menschen und dem Leben selbst, ist eine zärtliche Berührung sämtlicher Gedanken und Absichten des Menschen gegenüber sich selbst, gegenüber allen Tieren und Pflanzen und gegenüber allen Mitmenschen. Mitgefühl ist alles andere als ein moral-philosophischer Begriff, sondern es ist eine existente und spürbare schwingungsmässige Übereinstimmung und Harmonie mit den Kräften der Lebensformen, des Lebens und der Existenz selbst. Es ist eine Resonanz mit der Wirklichkeit und deren Wahrheit, gepaart mit Verständis, Glücksgefühl, Freude und Lebenskraft. Die Folge des Mitgefühls ist die Erfüllung durch Gerechtigkeit. Der Mensch lässt alle seine Gedanken und Gefühle des täglichen Lebens von einem gründsätzlichen Wert ausgehen und hervorquellen: Dem Altruismus. Altruismus aber bedeutet: Bescheidenheit, Verständnis des Lebens und dessen Beachtung in bewusster Hinwendung. Der Mensch beobachtet alle seine Gedanken, Gefühle und Handlungen und erkennt, welcher Art sie wirklich sind. Dabei helfen ihm die Reaktionen der Mitmenschen, die ein Spiegel seiner wirklichen Gedanken, Handlungen und Absichten darstellen.

Der Alltag, wie auch Raum und Zeit, kann vom Menschen für die Einübung und Erarbeitung aller bewusstseinsmässigen Werte genutzt werden, oder nicht. Die bewusstseinsmässigen Werte öffnen das materielle Bewusstsein den Impulsen des Geistes, sie ebnen den Weg zu ihm und ermöglichen die bewusste Konnexion mit seinen schöpferischen Impulsen. Die Entscheidung über diese Wahrheit trifft der Mensch selbst, wie auch darüber, ob er seinen Alltag bewusstseinsmässig oder rein materiell und materialistisch-ausgeartet erfahren und erleben will. Die Erfahrungen und Erlebnisse des Alltags erschafft der Mensch grundsätzlich selbst durch seinen Willen. Er entscheidet darüber, was ihm wichtiger ist, ob das Bewusstsein, oder seine vorherrschenden Vorstellungen über die greifbare Materie, ob die Wahrheit der Erkennung eines wahrlichen Wertes, oder eine vergängliche Illusion. Er allein entscheidet mächtig darüber, ob er sich durch die irreallen Impulse seines ungeschulten materiellen Bewusstseins weiterhin leiten lässt oder eher durch das effektive Wissen, die Weisheit und die Logik seines geschulten und klaren Bewusstseins, an dem er jeden Tag arbeiten kann. Das System des Universums steht dem Menschen offen und der Mensch kann auf seine Ursachen einwirken, um die Folgen zu erwecken und zu erreichen.

Ondřej Štěpánovský (2014 vor der Inhaftierung Dörflistrasse 48a, Oberrieden-CH; bereits innerlich vorbereitet!)